Version Februar 2013

Lieber Besucher,

Mein Name ist Bettina Costa und ich bin Argentinierin. Im Januar 2001 wanderte ich in die Schweiz aus. Seit Sommer 2006 wohne ich direkt in der Schweizer Bierhauptstadt Rheinfelden.

Was mir am meisten auffiel, als ich in die Schweiz kam, war dass alle Leute die ich kennen lernte, irgendetwas sammelten. Von den Briefmarken Tonis, meines späteren Mannes, über Stadtpläne, Pins, Zuckerportionen, Kaffeerahmdeckel, Zündhölzern, Telefonkarten, Münzen, bis zu den Fotografien von Zügen eines Freundes, wurde so ziemlich alles gesammelt. Alle halfen sich mehr oder weniger. Meine Schwiegermutter sammelte Zuckerportionen. Sie gab Toni Stadtpläne für einen seiner Freunde. Ein anderer Freund sendete schön frankierte Briefe an Toni, besonders wenn er in sehr exotischen Regionen der Welt war.

“Diese Schweizer sind alles Sammler!”, dachte ich. Mit der Zeit merkte ich, dass nicht ALLE Schweizer etwas sammelten, sondern fast ALLE Familienangehörigen und Freunde von Toni.

Also sagte ich: “Ich muss auch etwas sammeln... aber was?”... Die Frage blieb eine Zeit lang unbeantwortet.

Es sollte etwas sein, was noch niemand in unserem Bekanntenkreis sammelt.

Im März 2001 fielen mir in einem Restaurant die Bierdeckel in ihren Behältern auf. Es waren Bierdeckel von Warteck. Ich erinnerte mich an eine Kollegin in Argentinien, welche Bierdeckel, unter anderem, gegen Taschenkalender tauschte. Ich packte ein paar ein, um sie ihr dann zu senden... und auf einmal... behielt ich auch einen für mich, da mir dieser Warteck Bierdeckel damals gefiel.

Danach gingen wir in Basel noch in ein Pub. Dort vervielfachte sich meine brandneue “Bierdeckel-Sammlung” von 1 auf 4 verschiedenen Deckeln. “Wie einfach man hier in der Schweiz Bierdeckel findet!”... Klar, in Argentinien sieht man selten Bierdeckel auf den Tischen.

Einige Tage später gingen wir nach Südostasien in die Ferien. Während der Reise packte ich jeweils einen Bierdeckel für meine Freundin und einen für mich ein. Da mir noch nicht bewusst war, dass ich SAMMLERIN war, habe ich damals leider zuwenig Doppelte zum Tauschen eingepackt.

Zurück in der Schweiz, begann Toni sofort die Leute über mein neues Hobby zu informieren. Eine grosse Zuträgerin ist meine Schwiegermutter, da sie viel unterwegs ist und den Leuten auch erzählt, dass ich Bierdeckel sammle. Oft bekomme ich von ihr Bierdeckel, welche sie von mir unbekannten Leuten hat.

Als die Sammlung zu wachsen begann, musste ich sie organisieren. Ich trug sie in eine Exceltabelle ein. Anfangs unterschied ich noch zwischen Herkunft des Deckels und der Brauerei. Da aber vielmals die Herkunft des Deckels unbekannt oder irreführend ist, zählt für mich heute nur noch die Nationalität der Brauerei. Auf diese Weise “verlor” ich leider einige Länder, wie zum Beispiel Malaysia, wo wir hauptsächlich Carlsberg-Deckel fanden.

Toni fand später, er müsse mir andere Sammler im Internet suchen, damit ich tauschen könnte... (übrigens, da Toni mir so sehr hilft, sollte ich lieber von UNSERER Sammlung reden, oder?)... Bis heute haben wir auf diesem Weg viele Tauschs gemacht und sind mit vielen netten Leuten in Kontakt gekommen. “Matrosen haben in jedem Hafen eine Geliebte; wir kennen in praktisch jeder Stadt Leute.”

Nachdem wir so viele Homepages von andern Sammlern besucht haben, wuchs auch bei uns der Wunsch, die Sammlung zu veröffentlichen. Weihnachten 2001 begannen wir ohne grosse Kenntnisse mit dieser Homepage.

Als wir im Mai 2002 schon 1 500 Bierdeckel hatten, erhielten wir unsere erste grosse Donation. Ein ehemaliger Bierdeckel-Sammler hat sie den Brauern von Sauhofbräu (schweinisch gut!) vermacht. Diese waren der falsche Adressat, da sie sich aufs wesentlichste :-) konzentrieren wollten. Sie lieferten uns die Bierdeckel frei Haus, da sie ihnen Platz wegnahmen. Es handelte sich um 24 randvolle Schachteln von 60cm Länge! Beim ersten Anblick wollte ich mich aus dem Fenster stürzen!

Seither kamen nochmals einige Donationen. Sie kamen von Leuten, welche ein würdiges Plätzchen für ihre Bierdeckel suchten, oder sie einfach loswerden wollten. Die Zeitungsartikel vom Frühjahr 2004 und unsere Präsenz im Internet sind die beste Werbung. Ein Jahr nach den Artikeln meldeten sich noch Leute bei uns.

Bei Donationen nehmen wir Bierdeckel aus aller Welt, weil wir immer etwas finden, dass uns gefällt. Beim Tauschen suchen wir hauptsächlich Bierdeckel aus exotischen Ländern, Spanien und Portugal. Wir freuen uns wahnsinnig, wenn wir einen Deckel von einem für uns neuen Land erhalten.

Seit Juli 2005 basiert dieser Homepage eine moderne Datenbank. So können wir den “Surfern” viel mehr Information verfügbar machen ohne grossen Aufwand. Dass ich mir das Know-How zuerst aneignen musste, versteht sich von selbst

Wegen unsern Reisen und gezieltem Tauschen haben wir sehr viele Deckel aus exotischen Ländern. Seit Februar 2013 ist erstmals unsere komplette Sammlung auf der Homepage; wir brauchten 11 Jahre um 30 000 Bierdeckel einzuscannen.

Wir möchten nur Deckel von Bierbrauereien. Restaurant-, Süssgetränke- und andere Deckel sammeln wir nicht mehr.

Zu meinen Lieblingsdeckeln gehören die “Sous-Bock Art” von Kronenbourg/Frankreich. Es war ein grosser Wunsch von mir, einen Bierdeckel zu gestalten oder dass eines meiner Bilder einen Bierdeckel zieren würde. Nun existieren diese Bierdeckel! Die Brauerei BarbaRoja in Argentinien hat es ermöglicht.
Jetzt möchte ich auch für andere Brauereien Bierdeckel gestalten! Selbstverständlich, wäre die Bezahlung meines künstlerischen Beitrags in Naturalien.

Danke und zum Wohl!

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